Ausbildung am Flughafen:
Alltag eines Bürokaufmanns

Mittagspause am Flughafen

Immer wenn ich stolz berichte, dass ich beim Flughafen tätig bin, werde ich von Freunden und Bekannten gefragt „als Pilot oder Flugbegleiter“? Wenn ich dann erzähle, dass ich eine Ausbildung zum Bürokaufmann mache, ernte ich nur enttäuschte Blicke. Meistens sparen es sich die Leute weiter nachzufragen. Was eigentlich mehr als schade ist, da auch der Beruf eines Bürokaufmanns am Flughafen seinen besonderen Reiz hat. Oder wer hat schon einmal die Möglichkeit, auf dem Vorfeld hautnah den Airbus A380 zu bestaunen, in der Mittagspause auf der Besucherterrasse einen Blick auf die Starts und Landungen der Flugzeuge zu erhaschen und mit einem Verkehrsmitarbeiter auf dem Rollfeld bei der Vorfeldkontrolle mitfahren zu dürfen.

Doch auch die Hauptaufgaben, die in der Ausbildung woanders liegen, sind durchaus spannend. In den Abteilungen Finanzbuchhaltung, Personal & Soziales, Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit u. v. m. werden einem die grundlegenden Aufgaben des Bürokaufmanns vermittelt. Sogar eigene Projekte darf man als Auszubildender steuern. In der Umweltabteilung durfte ich mit der Erstellung eines Gefahrgut-Flyers meiner Kreativität freien Lauf lassen. Meine Schreibkünste konnte ich in der Presseabteilung beim Schreiben von Artikeln unter Beweis stellen. Ein weiterer Bereich, der mir gut gefallen hat, ist der Einkauf. Nun waren Organisation und Verhandlungskünste gefragt. Ich durfte Angebote einholen, verhandeln und Bestellungen schreiben. Stolz war ich vor allem darauf, selbständig zu arbeiten und mit Lieferanten am Telefon zu verhandeln.

Der Beginn der Ausbildung war eine ganz schöne Umstellung von der Realschule rein ins Berufsleben. Aus halbtags Schule wurde ganztags arbeiten. Die ersten Wochen waren damals sehr anstrengend. Abends habe ich dann meistens noch Abend gegessen und bin kraftlos ins Bett gefallen. Auch Freunde treffen und Freizeitaktivitäten mussten nun kürzer treten. Doch auch diese Umstellung wurde schnell zur Gewohnheit. Nach den Ferien ist die Freude groß, wieder arbeiten zu gehen. Neben einem geregelten Tagesablauf, habe ich nun ein Aufgabengebiet, das mir Spaß macht. Jetzt geht es mir schon so, dass die Tage wie im Fluge vorbeirauschen, wenn ich mal wieder in eine Aufgabe vertieft bin.

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