Ausbildung am Flughafen: Mechatroniker

Azubi-Projekt: Planung und Bau einer Mischanlagensteuerung

Hallo, mein Name ist Patrick Atzler. Ich mache die Ausbildung zum Mechatroniker am Flughafen Stuttgart und bin im 2. Lehrjahr. Doch was macht man in der Ausbildung zum Mechatroniker eigentlich? Um mal einen kleinen Einblick in die Tätigkeiten eines Mechatronik-Azubis zu gewähren, erzähle ich einfach mal von meinem letzten Projekt. Ich bekam die Aufgabe gestellt, eine Mischanlagensteuerung aufzubauen. Eine solche Mischanlage findet in verschiedenen Bereichen Anwendung, z.B. zum Mischen von Zement oder in der Lebensmittelindustrie zum Herstellen der Gelatine für Gummibärchen. Ziel dieser Aufgabe war es, den Füllstand eines Mischbehälters, die Zu- und Abläufe des Behälters und die den Behälter antreibenden Motoren über LED’s anzuzeigen und den gesamten Mischprozess zu simulieren. Den Ablauf des Mischprozesses sollte eine über den PC programmierbare Kleinsteueranlage, Siemens LOGO genannt, steuern.

Doch bevor es an den Aufbau der Anlage ging, musste ich zuerst diverse Pläne zeichnen. Hierzu gehörten ein Montageplan, der die Lage der einzelnen Betriebsmittel auf dem Montagegestell angibt, ein Beschaltungsplan, der die Verdrahtung der Siemens-LOGO darstellt und zuletzt noch ein Klemmenplan, der die Verdrahtung der ganzen Anlage kenntlich macht. Als die Pläne fertig waren, besprach ich diese als erstes mit meinem Ausbilder, bevor ich den Aufbau der Anlage in Angriff nehmen konnte.

Beim Aufbau kam es dann darauf an, auf die richtige Verdrahtung zu achten und auch sonst alles normgerecht aufzubauen. Für den Anschluss der LED’s war es außerdem notwendig, Vorwiderstände auf eine Platine zu löten, damit die LED’s später nicht überlastet werden. Als die Anlage dann fertig aufgebaut und verdrahtet war, habe ich noch das Programm für die LOGO am PC geschrieben und auf die Siemens-LOGO übertragen. Nachdem dies geschehen war, konnte ich die Funktion der Anlage testen – aber auch erst nachdem mein Ausbilder mit mir eine normgerechte Inbetriebnahme durchgeführt hatte. Bei dieser Inbetriebnahme wird der Isolationswiderstand der Stromversorgungsleitung gemessen. Man kann so erkennen, ob der Schutzmantel der einzelnen Leitungen beschädigt ist. Außerdem wird eine Schutzleitermessung durchgeführt, die erkennen lässt ob die gesamte Anlage geerdet ist und somit im Falle eines Fehlers den Menschen schützt. Ferner wird bei der Inbetriebnahme geprüft, ob alle Bauteile und alle Leitungen fest sitzen.

Leider hat die Anlage nicht sofort funktioniert, sodass ich mich auf Fehlersuche begab. Auch das lernt man in der Ausbildung zum Mechatroniker. Die Fehler waren dann relativ schnell gefunden und behoben, sodass die Anlage so funktionierte, wie es vorgeschrieben war. Doch damit war mein Projekt noch nicht beendet. Es ging nun darum, alle bisherigen Pläne sowie eine Materialliste, einen Zeitplan und eine Funktionsbeschreibung am PC für die Anlagendokumentation zu erstellen. Die Materialliste ist eine Auflistung der insgesamt für das Projekt verwendeten Teile. Der Zeitplan gibt an, wie viel Zeit ich für die einzelnen Arbeitsschritte gebraucht habe sowie die für das Projekt benötigte Gesamtzeit.

Auch das gehört bei einer solchen Aufgabe dazu, denn diese Dokumentation ist später sehr hilfreich, wenn Leute, die noch nie mit dieser Anlage zu tun hatten, z.B. eine Wartung oder Reparatur an der Anlage durchführen müssen. Außerdem ist es bei einem Projekt wichtig, strukturiert und Schritt für Schritt vorzugehen. Das spart später in der Praxis Zeit, was wiederum den Kunden freut. Und es lassen sich Fehler vermeiden, die durch ein zu großes Durcheinander entstehen können. Somit war das Projekt abgeschlossen, und alles in allem gesehen hat es auch sehr viel Spaß gemacht, da ich einiges dabei gelernt habe. Da die Anlage nur als Simulation dient, wird sie in der Praxis nicht eingesetzt. Sie kann aber von anderen Azubis erweitert und verfeinert werden. Außerdem kann sie zur Übung der Fehlersuche eingesetzt werden. Jetzt kann ich mich neuen Aufgaben widmen.

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