Manchmal muss es einfach passen

Drei Kinder und ein Full-time-Job am Flughafen - alles ist machbar

Als ich vor fast genau zehn Jahren von meinem damaligen Chef gefragt wurde, ob ich auch im Südwesten, in Stuttgart, arbeiten würde, habe ich spontan “Ja” gesagt. Stuttgart kannte ich bis dahin nur als Ort, an dem ich einmal sehr lange im Stau stand. Und dass man als normale Bürokraft auch an einem Flughafen arbeiten könnte, darauf wäre ich von selbst wohl nicht gekommen. (Man sieht, ich komme vom Land :-))

So kam ich in die Entgeltabrechnung der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG). Zahlen liegen mir schon immer, und warum nicht mal so was Spannendes wie Feuerwehrmänner und Flughafengärtner abrechnen? Eigentlich wollte ich ja nie wieder in eine Personalabteilung. Die Lust darauf hatte man mir in der Ausbildung gründlich genommen. Aber hier bei der FSG passte es einfach. Ein geniales Umfeld und – nach einigen personellen Wechseln – auch drei Kolleginnen, die genau aus meiner Generation stammen. Wieder einmal passte alles. Ein gemeinsames Projekt schweißte uns zusammen und gab uns die Gelegenheit, uns zu beweisen.

Und wie das so ist in einer kleinen Arbeitsgruppe, in der alle Kolleginnen um die dreißig sind, kam auch das Thema Kinder bald ins Spiel. Binnen vier Jahren brachten wir sieben Kinder auf die Welt, drei davon aus meiner Schmiede. Niemand von uns blieb dem Flughafen lange fern, doch die Gründe dafür waren so vielfältig wie das Leben. Ich selber konnte meine Elternzeit nicht antreten, da mein Mann zur gleichen Zeit seine Arbeit verlor. Spontan entschied ich, nach dem Mutterschutz wieder einzusteigen. Mein Mann blieb daheim und kümmerte sich um die wachsende Kinderschar. Dabei half mir die Möglichkeit, bezahlte Stillpausen zu nutzen, bei denen man entweder kurz das Kind stillt (zu Hause oder vor Ort) oder im Ruheraum Milch abpumpt. Manchmal saßen wir auch zu zweit dort und fühlten uns wie die Milchkühe auf der Alm.

Während wir (natürlich mit Unterstützung) all die Mutterschutz- und Elternzeiten abdeckten – manchmal ganz locker und manchmal am Rande des Wahnsinns – gab es für uns doch nur ein Ziel: Jeder Mitarbeiter der FSG bekommt pünktlich sein Geld! Das haben wir erreicht. Mit Energie und viel Verständnis für die Lage des anderen.

Denn manchmal sind vier junge Mütter in einer Arbeitsgruppe nicht leicht zu managen. Erst heute wieder hörte ich es rufen:
“Ich komme am Donnerstag später, wir haben einen Termin in der Klinik mit der Kleinen.”
“Ah ja, und ich bin am Freitag weg, Schließtag im Kindergarten.”
“Fahrt ihr hoch?”
“Ja, die Großeltern freu’n sich doch so, wenn sie die Kleinen mal sehen.”
“Ich muss dann nächste Woche Dienstag eher gehen, mein Mann hat nen Termin und ich die Kinder.”

So geht es Tag für Tag. Kommt jemand später, so wundern wir uns kaum: Arztuntersuchungen, Elterngespräche, Bastelaktionen – wir legen sie alle in die Randzeiten, sprechen kurz darüber und dann ist es okay.

Es passt, weil wir alle dieselben Probleme haben und uns gemeinsam um Lösungen bemühen, getreu unserem Motto: „Die Abrechnung muss laufen!“ Und weil wir in der Personalabteilung des Stuttgarter Flughafens ein Umfeld finden, dass uns mit flexiblen Arbeitszeitlösungen, Teilzeitmöglichkeiten auch für Führungskräfte, Vertrauen und viel Verständnis unterstützt.

Spät ist es geworden und ich sitze hier alleine. Die anderen sind schon unterwegs: Kindersport, Schließzeiten des Kindergartens, Schwimmbadbesuch. Auch ich mache mich gleich auf den Weg zu meiner Rasselbande, die mich schon sehnsüchtig erwartet. Und ich weiß, auch wenn im Herbst die Schule für die ersten zwei unserer Abteilungskinder beginnt, so werden wir auch dann Möglichkeiten finden, Ferienzeiten und Job unter einen Hut zu bringen. Und trotzdem wird jeder Mitarbeiter sein Geld bekommen. Weil es manchmal einfach passt.

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