Personalentwicklung,
Training und Coaching

Annegret Künstle ist für die Personalabteilung am Flughafen Stuttgart häufig im Kontakt mit Beschäftigten - ihr Job lautet Coaching und Mitarbeitertraining

So lautet die offizielle Bezeichnung dessen, was ich hier bei der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) mache. Hört sich umfangreich und kompliziert an – umfangreich ist es auch, und vor allen Dingen sehr spannend. Was sich hinter den einzelnen Begriffen verbirgt, möchte ich nun erläutern – so löst sich das „kompliziert“ hoffentlich ein wenig auf.

Personalentwicklung: Das ist auch die Überschrift für die beiden anderen Tätigkeiten. Hier beschäftigen wir (Herr John – mein Chef – und ich) uns mit den Herausforderungen, die die Zukunft an die Mitarbeiter der FSG stellt: Welche fachlichen Qualifikationen werden benötigt, wie können wir dem demografischen Wandel begegnen, was können wir tun, um die Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppen, zwischen Arbeitsgruppen und mit Externen zu verbessern u.v.m..

Wir überlegen und entscheiden, wann und wie diese Maßnahmen angegangen werden können: Haben wir genügend Teilnehmer, um sie intern anbieten zu können, benötigen wir dafür einen externen Trainer oder können wir diese Trainings selbst durchführen? Wir konzipieren die Maßnahme, organisieren das „Drumherum“ (Termine, Räume, Teilnehmer, Verpflegung, ggf. Hotel für die externen Trainer…) und leiten das Training ggf. selbst.

Training: Das ist der praktische Teil der Personalentwicklung. Ich biete interne Trainings und Seminare an. Hierbei handelt es sich nicht um fachspezifische Themen (dafür gibt es Experten), sondern um die sogenannten „Softskills“: Kommunikation, Teamtraining, Kundenorientierung,… Auch unser Führungskräfte-Entwicklungsprogramm mit seinen Workshops zu verschiedenen Führungsthemen gehört dazu. Die Trainings oder Workshops konzipiere ich jeweils passgenau entsprechend der Teilnehmer und deren Bedarf. Z.B. habe ich Ende letzten Jahres eine große Trainingsreihe zum Thema „Mitarbeitergespräche zur leistungsorientierten Bezahlung nach §18 TVöD“ durchgeführt. Dabei ging es z.B. um Fragen wie: Wie bereite ich diese Gespräche vor, wie beurteile ich fair, wie formuliere ich eine Beurteilung so, dass mein Gegenüber sich auch fair beurteilt fühlt. Dazu gehören dann auch die Feinheiten in der Formulierung und Körpersprache.

Coaching: Das ist wohl der am schwierigsten zu erklärende Begriff. Ich verstehe unter Coaching die Begleitung und Unterstützung von Veränderung – für Einzelne oder für Teams. Ziel ist es, die Veränderung für den oder die Betroffenen zu erleichtern und das neue Verhalten zu etablieren. Bei uns allen findet Veränderung nur dann statt, wenn der Druck, die Notwendigkeit sehr hoch ist – sei es durch berufliche oder auch private/persönliche Bedingungen veranlasst. Im Coaching erarbeite ich mit den Betroffenen, welche Möglichkeiten ihnen für diese Veränderung zur Verfügung stehen (es sind immer sehr viel mehr als wir zunächst ahnen) und wie sie diese am besten einsetzen, um ihren Weg zu gehen, ihr Ziel zu erreichen.

Ein Coaching findet immer freiwillig statt (auch wenn es gelegentlich „angeraten“ wird), die Inhalte werden vertraulich behandelt, es erfolgt keinerlei Information, weder an Vorgesetzte noch an die Personalabteilung. Um dies zu gewährleisten, besteht immer die Möglichkeit, das Coaching außerhalb der Arbeitszeit zu terminieren. So muss der/die Betroffene den Vorgesetzten nicht informieren. Natürlich gibt es auch Themen oder Anlässe, für die ein interner Coach nicht geeignet ist. In diesem Fall vermitteln wir an externe Coaches.

Meine Arbeit ist, wie man sieht, nicht nur umfangreich, sondern vor allem sehr vielschichtig und abwechslungsreich. Und genau das ist es, was ich daran so sehr mag. Das ist manchmal anstrengend, aber immer interessant.

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