Sozialpraktikum im Altersheim
– ein Perspektivenwechsel

Zur Ausbildung am Flughafen Stuttgart gehört auch ein einwöchiges Sozialpraktikum, etwa im Altersheim

Hallo, mein Name ist Franziska Detig und ich bin Praktikantin in der Personalentwicklung bei der Flughafen Stuttgart GmbH. Seit zwei Monaten habe ich mein Studentenleben gegen ein neues, spannendes und abwechslungsreiches Arbeitsleben eingetauscht. Hier am Flughafen darf ich mich ausprobieren und das anwenden, was ich im Studium theoretisch gelernt habe. Letzte Woche habe ich im Rahmen meines Praktikums allerdings noch eine ganz andere Erfahrung gemacht.

Ich bekam die Möglichkeit, mich eine Woche lang in einem Pflegeheim für ältere Menschen zu engagieren. Ihr werdet euch jetzt sicher fragen, wie man von einem Praktikum in der Personalentwicklung zu einem Praktikum im Altersheim kommt. Ganz einfach, unsere Auszubildenden machen während ihrer Ausbildung bei der Flughafen Stuttgart GmbH ein Sozialpraktikum. Dieses soll ihnen die Welt aus einem anderen Blickwinkel zeigen und soziales Engagement vermitteln.

Bei einem Vorbereitungstag wurde zunächst über das Thema Soziale Kompetenz diskutiert. Anschließend konnten wir uns vor Ort einen Eindruck von den beiden kooperierenden Einrichtungen machen: dem Pflegeheim Kursana Domizil in Leinfelden-Echterdingen sowie der Karl-Schubert-Gemeinschaft e.V. mit den Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Bonlanden.

Folgend will ich euch einen kurzen Einblick in meine Erlebnisse im Kursana Domizil geben: Nachdem wir am ersten Tag unseren Wochenplan erhalten hatten, wurde ich mit den neun anderen Praktikanten direkt auf die Stationen geschickt und sozusagen ins kalte Wasser geworfen. Wie kommuniziert man mit einem Menschen, welcher selbst nicht redet oder altersbedingt nicht mehr viel reden kann – und zudem vielleicht nicht mehr gut hört? Wie geht man mit einem Menschen um, der eventuell Schmerzen hat oder dem die Lebensfreude fehlt? All diese Fragen schwebten mir im Kopf herum, und ich wusste zu diesem Zeitpunkt keine Antwort darauf. Es gab jedoch nur eine Möglichkeit, Antworten zu finden: Initiative zeigen und ausprobieren.

Also schnappte ich mir zum Beispiel ein Märchenbuch und las „Tischlein deck dich“ vor. Ich hätte nicht gedacht, dass sich ältere Menschen so über ein Kindermärchen freuen, aber es war so. Gespannt lauschten sechs Bewohner meiner Erzählung. Beim Mittagessen hatte ich etwa die Aufgabe, einen älteren Mann zu füttern, nachmittags begleitete ich beispielsweise eine 102-jährige Dame zum Gottesdienst.

Eine bunte Mischung an Tätigkeiten erwartete mich an allen Tagen. Beim Basteln, beim Spazierengehen oder bei der Erzähl- und Musikstunde habe ich mich teils intensiv mit den Bewohnern beschäftigt. Dabei habe ich einerseits schöne und interessante Erfahrungen gemacht, andererseits hat mir das Praktikum aber auch die Schattenseiten des „Altwerdens“ vor Augen geführt. Persönlich habe ich mir vorgenommen von nun an meine Großtante regelmäßiger im Altersheim zu besuchen. Ich habe bereits damit begonnen…

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