Angenehmes Klima am Airport

Versorgungstechniker Dirk Beil kümmert sich mit seinen Kollegen nicht nur um ein angenehmes Klima in den Terminals...

Der Titel des Blogs ist gleichzeitig mein Job am Flughafen Stuttgart. Ich bin Dirk Beil und wurde vor gut 45 Jahren in Leipzig geboren. Seit rund 22 Jahren arbeite ich als gelernter Gas- und Wasserinstallateur sowie Techniker mit der Fachrichtung Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik. Am Flughafen kümmere ich mich seit 2001 zusammen mit meinen Kollegen darum, dass in den Terminals ein angenehmes Klima herrscht, warmes bzw. kaltes Wasser aus den Armaturen läuft, dass die Terminals im Falle eines Brandes mit einer funktionierenden Sprinkler- sowie Rauch- und Wärmeabzugsanlage ausgestattet sind und vieles mehr, was unter den Bereich Versorgungstechnik fällt. Mittelbar sind wir aber auch dafür verantwortlich, dass das Gepäck das Flugzeug erreicht und diese abheben können: Fällt eine unserer Klimaanlagen aus und die Temperaturen in den Serverräumen steigen, könnte das zum Ausfall der Gepäckförderanlage oder gar zu Problemen im Tower führen.

Damit man sich mal vorstellen kann, was ich alles zu tun habe, hier mal ein Beispieltag:

05:15 Uhr: Wie fast an jedem Arbeitstag der letzten 11 Jahre, seit ich beim Flughafen Stuttgart angeheuert habe, klingelt der Wecker.

Nach einer knappen halben Stunde Autofahrt bin ich um 06:30 Uhr im Geschäft. Bevor es ins Büro geht, spreche ich noch kurz mit unserem Werkstattleiter. In den nächsten Wochen beginnen die Arbeiten an der Klimakaltwasserleitung im Terminal 1. Dafür sind noch einige Sachen abzustimmen. Ebenso müssen die Betriebsanleitungen für Gefahrstoffe überarbeitet werden. Dazu benötige ich noch die Liste, welche davon betroffen sind. Und schließlich im Büro: Das Outlook verspricht für heute einen vollen Terminplan.

Um 09:00 Uhr steht der erste Termin an. Seit gut einem Jahr werden unsere Terminals für die Fluggäste und Besucher umgebaut – es entstehen viele neue Shopbereiche. Beim wöchentlichen Jour Fix treffen sich die Projektbeteiligten der verschiedensten Gewerke, seien es Planer, Stahlbauer, Elektriker, Heizungs- und Lüftungsbauer, MSR-Techniker, Maurer,… und klären das weitere Vorgehen auf der Baustelle ab. Da kann es schon mal hitzig zugehen, wenn ein Endtermin feststeht und zwei Firmen an der gleichen Stelle arbeiten müssen oder die eine Firma noch nicht fertig ist, die andere aber laut Terminplan schon weitermachen soll. Das Ergebnis kann sich jedoch immer sehen lassen.

Wie jedes Mal werden Probleme gelöst und neue Aufgaben verteilt. Auch ich habe „Hausaufgaben“ erhalten und muss dafür sorgen, dass Heizkörper zurückgebaut werden. Das bedeutet: noch vor Mittag einen Termin mit der Heizungsbaufirma machen, einen Hubsteiger organisieren und mit den Kollegen des Verkehrsbereich abstimmen, wann wir die Arbeiten ausführen können.

In der Mittagspause um 12:00 Uhr finde ich mal Zeit zum Entspannen, steht doch für nachmittags eine weitere Baubesprechung an.

13:00 Uhr: Da die Flughafenmitarbeiter und Angestellten der Airlines wie auch die Fluggäste beim Betreten des luftseitigen Bereichs kontrolliert werden müssen, soll die Pforte Ost mit entsprechenden Kontrollgeräten neu gebaut werden. Noch ist das Projekt in einer frühen Phase – weshalb eine Teilnahme der Fachabteilungen doch noch nicht erforderlich ist. Ich muss zugeben, dass ich nicht böse bin, als die Besprechung storniert wird.

Dies gibt mir Zeit, notwendige Aufträge zu schreiben sowie endlich den Stapel Rechnungen zu bearbeiten. Ach ja, dann ist ja noch ein Lüfter für die Feuerwache auszuwählen und ich muss auch gleich die Kosten für den Einbau zusammenzustellen. Und außerdem beginnt in Terminal 2 ein weiterer Umbau – es sollen neue Kontrollspuren für die Fluggäste installiert werden. Dazu möchte ich mir vorab die Situation vor Ort anschauen, da auch dort Änderungen an unsere Lüftungsanlage notwendig sind. Feierabend – um 16:00 Uhr. Naja, nicht ganz: Auch ich habe einmal im Monat Rufbereitschaft. Das bedeutet, dass ich das Mobiltelefon rund um die Uhr – auch nachts – nicht aus den Augen lassen darf. Das bedeutet aber auch, dass ich heute nicht meinem Hobby nachgehen kann und die Laufschuhe im Schrank bleiben. Aber diesen Abend bleibt es ruhig.

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