Comeback mit Kindern

Comeback mit Kindern am Flughafen Stuttgart

Als ich, Rebekka Knau├č, im November 2010 in den Mutterschutz gegangen bin, lagen vier spannende Jahre in der Presse- und ├ľffentlichkeitsarbeit des Flughafens Stuttgart hinter mir. Ich hatte 16 Ausgaben des Kundenmagazins ÔÇ×FlugblattÔÇť redaktionell verantwortet, die damaligen Ausbaupl├Ąne des Flughafens kommunikativ begleitet und den ersten Umweltbericht des Flughafens konzipiert ÔÇô und vieles mehr. Ein Jahr wollte ich ausschlie├člich meinen Zwillingen widmen, die im Februar 2011 zur Welt kommen sollten, und auf die ich mich riesig freute. Danach plante ich, in Teilzeit an den Flughafen zur├╝ckzukommenÔÇŽ

5.11.2010
Mein vorerst letzter Tag in der Pressestelle des Flughafens Stuttgart. Mein dicker Bauch und ich sitzen auf dem Stuhl, auf dem ab kommenden Montag meine Elternzeitvertretung Johannes Platz nehmen wird. Ich rede in der ├ťbergabe wie ein Buch. Es ist nicht leicht, Lieblingsprojekte in andere H├Ąnde zu geben. Ich freue mich, dass ich bald Mutter bin. Aber wie wird es sein, wenn ich wieder an den Flughafen zur├╝ckkomme?

11.02.2011
Juchu, die Zwillinge sind da! Im Laufe des kommenden Jahres wechseln mein Mann und ich rund 5.000 Windeln. Wir schlafen wenig und gehen viel spazieren. Wir freuen uns ├╝ber das erste L├Ącheln, die ersten W├Ârter und Schritte. Das l├Ąngste Schriftst├╝ck, das ich in dieser Zeit verfasse, ist ein Einkaufszettel f├╝r den Drogeriemarkt. Ob ich je wieder einen zusammenh├Ąngenden Text schreiben kann?

Dezember 2011
Ich komme mir vor wie ein Fu├čball-L├Ąnderspiel, zu dem alle eine Meinung haben. Manche Freunde finden, ich gehe mit zu wenigen Wochenstunden an den Flughafen zur├╝ck. Manche dagegen ├Ąu├čern die Bef├╝rchtung, dass es f├╝r die Kinder schlecht sei, wenn ich so bald wieder arbeite. Dabei haben mein Mann und ich lange ├╝berlegt. Er reduziert auf 80 %. Ich fange mit 40 % an. Die Omas wollen uns weiterhin unterst├╝tzen. Und wir suchen uns eine Tagesmutter. Klingt f├╝r uns alle machbar, finde ich.

Januar 2012
Gespr├Ąche mit meinem Chef und der Personalabteilung. Ich werde zwei Tage am Flughafen und einen Vormittag im Home-Office arbeiten. Sch├Ân, dass das so m├Âglich ist!

12.03.2012
Mein erster Arbeitstag. Ich quetsche mich in eine h├╝bsche Hose mit hohem Stretch-Anteil und puste den Staub von meinem Kajalstift. Die Abteilung stellt Blumen auf meinen Schreibtisch. Der Laptop kommt morgen. Mein Flughafenausweis wird reaktiviert. Ich mache meinen Jahresplan und schreibe die erste SMS an meinen Mann: ÔÇ×Alles ok bei euch???ÔÇť ÔÇô ÔÇ×Aber ja.ÔÇť

M├Ąrz bis November 2012
Es ist sch├Ân, wieder am Flughafen zu arbeiten ÔÇô im Moment am zweiten Umweltbericht. Nicht immer klappt alles reibungslos. Ich musste meine Anwesenheitstage pl├Âtzlich aus organisatorischen Gr├╝nden verlegen. Zum Gl├╝ck war die Abteilung da flexibel. Dann wurde die Tagesmutter unerwartet f├╝r mehrere Wochen krank. Ohne die Unterst├╝tzung der Omas w├Ąren solche Situationen noch viel schwieriger. Manchmal schlafen die Zwillinge schlecht, und dann muss es mit viel Kaffee trotzdem gehen. Ich habe gro├čen Respekt vor allen Alleinerziehenden. Wie schaffen die das nur? Vieles freut mich: Die Kollegen, die darauf achten, dass ich bei wichtigen Besprechungen dabei sein kann. Dass Johannes, den der Flughafen ├╝bernommen hat, mich auf dem Laufenden h├Ąlt und im Notfall f├╝r mich einspringt. Dass die Aufgaben immer noch interessant sind, und dass meine Ergebnisse bislang passen. Und, vor allem, dass ich trotzdem viel Zeit mit meinen Kindern verbringen kann.

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