Kinder, Kinder…
bei Flughafenführungen

Rund 44.000 Gäste nahmen 2012 an einer Führung über den Flughafen Stuttgart teil - darunter waren auch wieder viele Kinder

Kindern aufs „Maul“ geschaut… und bereits beim Wort „Maul“ käme energischer Widerspruch von einigen unserer ganz kleinen Besucher am Flughafen Stuttgart: „Das darf man aber nicht sagen, hat mir meine Mama gesagt!“ Tja, Recht hat die Mama. Selbstverständlich darf man das nicht sagen. Und schon drückt sich wieder ein kleines Händchen in meine Hand. Aber wieso das denn? Ganz einfach! Seit etlichen Jahren bin ich nun am Stuttgarter Airport für den Besucherservice zuständig. Mein Name ist Frank Dizinger und zusammen mit insgesamt 11 Mitarbeitern sorgen wir für spannende Einblicke in das Treiben am Flughafen (Wohin wir gehen und was wir zeigen, steht auch auf unserer Homepage). Am liebsten sind mir dabei immer noch meine kleinen Gäste, die`s oft „faustdick“ hinter den Ohren haben.

Bei einer Führung sollte es aber ja niemand wagen, mich in Beschlag nehmen zu wollen: Währenddessen wechselte ich einmal kurz ein paar Worte mit einer Kollegin, und sofort klammerte sich ein kleines „Prinzesschen“ mit 4 oder 5 Jahren an mich und sagte mit empörtem Blick und vorwurfsvollem Ton zu meiner Kollegin: „Das ist mein Herr Dizinger!“ Seither wurde das zu einem geflügelten Wort zwischen meiner Kollegin und mir.

Oft werde ich von unseren jüngeren Besuchern auch gefragt: „Duuu, …bist du der Cheef?“ – „Neee!“ ist dabei die falsche Antwort, denn dann folgt sofort die nächste Frage: „Und warum nicht?“ – „Ähm,…“ – „Du siehst aber so aus!“ Das Interessante an der Sache ist: Die Frage wird mir nie gestellt, wenn ich mal aufgrund hochsommerlicher Temperaturen keine Krawatte trage…

Viele kleine Gäste könnten sich den Flughafen Stuttgart zudem als ganz tollen Abenteuerspielplatz vorstellen: Achterbahn fahren auf der Gepäckförderanlage, bei der Feuerwache die Stangen runterrutschen und im Feuerwehrauto ´ne Runde drehen oder mit dem Flugzeug irgendwo hinfliegen. Wobei…: Einmal an der Rollbahn vor der Feuerwache, forderte ich die Kinder einer Kindergartengruppe auf, dem vorbeirollenden Flugzeug zum Abschied zuzuwinken. Dabei hätte ich die Bemerkung unterlassen sollen, dass der Pilot dann anhält und uns mitnimmt… Denn das Unvorstellbare geschah: Der Pilot rollte mit seiner Maschine ein paar Meter auf uns zu und hielt tatsächlich an, machte das Fenster auf und winkte heraus.
Dabei brach auf einmal ein kleines Mädchen in Tränen aus und schluchzte in breitestem Schwäbisch: „I will aber net fliaga, i will hoim zu meiner Mama!“

In der Zeit am Flughafen habe ich jedoch eine Lebensweisheit begriffen: Es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt! Ein kleines Beispiel gefällig? So frage ich Kinder nie wieder, ob ihnen denn die Führung gefällt. Kaum war die Frage gestellt, musste sich ein ca. 11-jähriger Junge plötzlich, wie aus dem Nichts, vor mir übergeben… Ich konnte mir hinterher die Frage nicht verkneifen, ob er denn die Führung so zum „Kotzen“ fand. (Ob ihm die Situationskomik wohl bewusst war weiß ich nicht, aber…) Mit einem blassen Gesicht meinte er: „Noi, s`isch net schlimm. Mir war´s vorher scho´ schlecht.“

Nun hoffen wir mal, dass unsere Führungen wirklich nicht so schlimm sind und sich noch viele Besucher für uns interessieren. Also langweilig wird es am Flughafen und bei den Flughafenführungen jedenfalls nie!

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