Wenn Alt und Jung aufeinandertreffen …

Die unterschiedlichsten Generationen arbeiten auch am Flughafen Stuttgart eng zusammen

Das Thema „demografischer Wandel“ kann schon keiner mehr hören. Immer wieder liest und hört man, dass die geburtenschwachen Jahrgänge zu einer immer größeren Veränderung auf dem Arbeitsmarkt führen werden. Von einem partiellen Fachkräftemangel und rosigen Aussichten für die heutige Generation, der sogenannten „Generation Y“ oder den „Millennials“ wird gesprochen.

Soweit … so gut. Doch was bedeutet es für die Unternehmen, oder genauer gesagt für die Flughafen Stuttgart GmbH (FSG)? Durch den kürzeren Weg zum Abitur (G8), den Wegfall von Wehrpflicht / Zivildienst sowie die kürzeren Studienzeiten zum Bachelorabschluss drängen die frisch gebackenen Akademiker oder die ausgelernten Azubis schon im Alter von rund 20 Jahren in die Betriebe. Und sie erwarten eine anspruchsvolle, sinngebende und ordentlich bezahlte Tätigkeit mit Perspektiven und möchten dabei auch noch Spaß bei der Arbeit haben. Gleichzeitig wollen – oder können – sie auf die permanente Nutzung aller aktuellen Kommunikationswege und Kommunikationsmittel nicht verzichten. Lange warten auf Antworten? Das sind sie nicht gewöhnt. Nicht gefragt werden oder nicht kommentieren dürfen? Die Erziehung u. a. durch das Internet und die Smartphones schaffen hier neue Erwartungen: Like or Dislike?!

Immer „on“ zu sein ist fast schon ein Muss. Wie verträgt sich dies mit den anderen Generationen im Betrieb? Auf die Frage, wie lange diese Generation aller Voraussicht nach zur Sicherung der eigenen Rente arbeiten muss, gibt es eine ernüchternde Antwort: bis mindestens 70!

Und dies bedeutet, dass wir zukünftig noch mehr verschiedene Generationen im Unternehmen haben werden, die sehr lange und vor allem gut verträglich miteinander auskommen sollen. Ohne Verständnis dafür, welche besonderen Ereignisse (war es der 11. September 2001, die deutsche Wiedervereinigung 1989/1990, die Aufbruchsstimmung der 68er oder die Wirtschaftswunderzeit nach dem 2. Weltkrieg) und welche Lebensumstände und Einflüsse wie die elektronischen Medien die jeweiligen Generationen geprägt haben, wird das kaum gelingen. So bestimmt die Generation der „Baby-Boomer“ aktuell im Wesentlichen die Führungsetagen. Nur… deren Erziehung und Lebenseinstellung unterscheidet sich sehr stark von der der nachfolgenden. Das führt neben schlichtem Unverständnis und Ignoranz auch schon mal zu heftigen Unmutsäußerungen.

Dies war Anlass dafür, sowohl mit Azubis und studentischen Praktikanten, als auch mit Führungskräften der Flughafen Stuttgart GmbH in einigen Workshops über diese Fragen zu diskutieren. So wollten wir mehr Verständnis füreinander, für unterschiedliche Sichtweisen, Einstellungen, Ziele und Wertvorstellungen im Leben und vieles mehr erzeugen.

Vor allem für die „älteren“ Teilnehmer war es ein Schwelgen in Erinnerungen an ihre Jugend. Es wuchs aber gleichzeitig die Erkenntnis, wie sich ihre Wertvorstellungen gebildet haben bzw. warum die heutige Jugend so ist, wie sie ist. Besonders interessant war der Abgleich der Beschreibungen der verschiedenen Generationen untereinander, der mit vielen Vorurteilen aufräumte. Und, was hat es gebracht? Ich denke, wir haben mehr Verständnis füreinander entwickelt, was eine gute Basis für ein wertschätzendes Miteinander und eine noch bessere Zusammenarbeit sein kann.

Hier ein kurzer Überblick über die Generationen und wie sie heißen:
Nachkriegsgeneration: 1946 – 1955
Baby-Boomer: 1956 – 1965 (noch vor dem „Pillenknick“)
Generation X / Generation Golf: 1966 – 1979
Generation Y / Millennials: 1980 – 1996 (kamen ab der Jahrtausendwende in Betriebe)
Generation Z / Generation Internet: nach 1996

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