Frühaufsteher aus Leidenschaft

Den besten Blick auf den Flughafen und das rege Treiben der Abfertigung der Flugzeuge - die Spotter kennen alle Plätze

Es ist Samstagmorgen, kurz nach 7 Uhr. Die Sonne lässt ihre ersten Strahlen über die Schwäbische Alb blicken und beleuchtet den Flughafen Stuttgart in einem schönen Morgenlicht. Während viele Baden-Württemberger noch im Bett liegen oder daheim das Frühstück für ihre Lieben vorbereiten, stehen einige meiner Spotterkollegen/-kolleginnen und ich bereits mit Kameras bewaffnet am Zaun des Landesflughafen und warten auf unsere Jagdobjekte: Flugzeuge.

Mein Name ist Marco Veit und ich gehöre zu den so genannten Planespottern – den „Flugzeugsammlern“. Bereits 2011 durfte ich Ihnen in einem Blogbeitrag unser Hobby ein wenig näherbringen, und vielleicht hat der eine oder andere von Ihnen uns Spotter ja bereits am Flughafen Stuttgart getroffen?! In diesem Blogbeitrag nehme ich Sie mit und lasse Sie an einem typischen Sommertag eines Planespotters teilhaben.

Mein fotografischer Tag beginnt im Osten des Flughafens: Wo die Flieger nach und nach auf die Startbahn rollen und ihre Passagiere in den lange erwarteten Urlaub bringen, dort stehe ich am Zaun auf der Lauer. Durch den Sucher meiner Kamera sehe ich zum Teil müde Gesichter: Aufgrund der Uhrzeit schauen mir verschlafene (und teils überraschte) Gesichter aus den Fenstern entgegen, der ein oder andere Pilot winkt uns Spottern freundlich zu.

Nachdem die Sonne ihrer Bahn weiter gefolgt und die erste Kolonne an Flugzeugen in den Himmel über Stuttgart aufgestiegen ist, begeben auch wir uns der Sonne hinterher und wechseln auf die Südseite des Flughafens (das ist die Seite gegenüber von den Terminals). Denn in Kürze wird Delta Airlines aus Atlanta mit einer Boeing 767 landen – dem größten Flugzeugtyp, der regelmäßig in Stuttgart zum Einsatz kommt. Nahe einem kleinen Biotop wurde von der Flughafen Stuttgart GmbH ein kleiner Aussichtshügel errichtet. Von dort aus kann man die Flugzeuge direkt beim Aufsetzen auf der Startbahn beobachten – und natürlich auch fotografieren. Es ist immer wieder beeindruckend, wenn diese großen Wunderwerke der Technik punktgenau auf der 3.345 Meter langen Landebahn aufsetzen.

Nachdem auch hier einige schöne Motive „im Kasten“ sind und sich langsam der Hunger bemerkbar macht, geht es weiter in Richtung Bernhausen. Dort – vor einem großen Supermarkt – befindet sich ebenfalls ein guter Punkt, um Fotos zu machen und seinen Hunger zu stillen. Hier kommt man auch immer ins Gespräch, beispielsweise mit Einkäufern, die sich noch ein paar Minuten Zeit nehmen, das Treiben am Landesflughafen zu beobachten. „Warum stehen Sie hier? Kommt heute noch etwas Besonderes? Wann landet einmal wieder ein A380 in Stuttgart? Wird es nicht langweilig, den ganzen Tag nur Flugzeuge zu fotografieren?“. An diese und viele andere Fragen gewöhnt man sich recht schnell, und auf so gut wie jede haben meine Kollegen und ich auch eine passende Antwort parat.

Gegen Abend wandert die Sonne langsam auf die Terminalseite des Flughafens – und wir Spotter ihr erneut hinterher. Um gute Fotos zu erhalten, sollte man die Sonne stets im Rücken haben. Auf der Besucherterrasse des Flughafens kann man besonders gut die Abfertigung der Flugzeuge auf dem Vorfeld beobachten. Dort angekommen erwarten mich bereits einige weitere Fotografen. Der Grund: Für den heutigen Abend steht noch ein besonderer Gast auf dem Plan, ein Frachtflugzeug vom Typ Boeing 747 – den meisten besser bekannt als Jumbo. Eine solche Information spricht sich unter uns Spottern sehr schnell herum, und so ist es keine Überraschung, dass letztendlich rund 15 Objektive in Richtung des Flugzeugs zeigen, als es majestätisch vom Himmel herabsinkt.

Nachdem dann irgendwann die Sonne hinter der Weidacher Höhe verschwunden ist, endet auch für mich ein langer, aber schöner Tag am Flughafen Stuttgart.
Die Bilder, welche meine Kollegen und ich während solchen Tagen aufnehmen, können Sie jederzeit bei uns im Forum anschauen. Und falls Sie das nächste Mal einen Planespotter am Flughafen Stuttgart treffen, dann zögern Sie nicht, ihn auf sein Hobby anzusprechen. Vielleicht werden dann auch Sie vom „Flugzeugvirus“ angesteckt….

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