Reisezeit: Kein Ärger mit dem Zoll

Damit ein schöner Urlaub in Erinnerung bleibt und nicht nur der Ärger beim Zoll, gilt es einige wenige Regeln zu befolgen.

Am 7. Juni beginnen die Baden-Württemberg die Pfingstferien. Nicht nur die Arbeiter an den Gepäckbändern, das Bodenpersonal und die Crews haben dann reichlich zu tun – auch für die Zollbeamten stellt die Hauptreisezeit eine besondere Herausforderung dar.

Mein Name ist Thomas Seemann und ich beobachte als Pressesprecher des Hauptzollamts Stuttgart natürlich, was meine Kolleginnen und Kollegen in den Koffern der Reisenden manchmal so alles finden. Eins möchte ich allerdings vorwegstellen: Die allermeisten Reisenden sind keine Schmuggler und mit Kriminellen haben wir es wirklich nur ganz selten zu tun.

Trotzdem müssen Reisende Tag für Tag beim Zoll Steuern und Abgaben nachbezahlen – manche Waren werden sogar ganz eingezogen, wie beispielsweise Drogen, Waffen oder artengeschützte Tiere und Pflanzen. Wenn Reisende zu viele Zigaretten mitbringen oder der Wert der mitgebrachten Souvenirs die Freigrenzen übersteigt, müssen die Waren versteuert werden. Bei kleineren Zuwiderhandlungen bleibt es da meist bei einer kleinen Geldbuße, bei richtigem Schmuggel droht dann ein Steuerstrafverfahren.

Im Jahr 2013 haben die Stuttgarter Zöllner Schmuggelwaren im Wert von insgesamt 1,2 Millionen Euro aufgegriffen – darunter alleine 34,4 Kilogramm Goldschmuck; dazu kommen noch rund 700.000 nicht angemeldete Zigaretten.

Damit ein schöner Urlaub in Erinnerung bleibt und nicht nur der Ärger beim Zoll, gilt es einige wenige Regeln zu befolgen. Zum Beispiel sollte man sich am besten schon vor dem Urlaub über die Zollbestimmungen informieren – im Internet finden sich nicht nur Informationen zu den Traumstränden im Urlaubsland, sondern auch zu den Zollfreigrenzen bei der Rückkehr. Je nach Urlaubsland unterscheiden sich nämlich teilweise auch die Regelungen. So gelten für Reisen innerhalb der Europäischen Union andere Vorschriften wie bei Reisen in Länder, die nicht zur Europäischen Union gehören. Bei Sondergebieten wie beispielsweise den Kanaren heißt es besonders aufpassen.

Auf der Seite der Deutschen Zollverwaltung www.zoll.de finden sich unter der Rubrik Reisen die entsprechenden Informationen. Wer möchte, kann sich auch die kostenlose ZollApp für das Smartphone herunterladen. Hier kann der Nutzer ganz bequem das Reiseland auswählen und sich die Zollvorschriften und Wertgrenzen anzeigen lassen.

Für artengeschützte Tiere und Pflanzen gilt, im Zweifelsfall lieber die Finger von solchen Waren lassen. So stehen beispielsweise in der Natur wachsende Orchideen weltweit unter Schutz. Auch was man am Strand findet, darf man nicht alles mitbringen. Eine geschützte Koralle kann auf natürlichem Weg, also zum Beispiel durch einen Sturm angespült werden; allerdings könnte auch ein Taucher die Riffbewohner abgebrochen haben. Aus diesem Grund diese Waren lieber im Urlaubsland belassen.

Ist man endlich in der Heimat gelandet, folgen viele Reisenden einfach dem Strom der Passagiere und verlassen die Gepäckausgabehalle durch den nächstgelegenen Ausgang. Hier lohnt es sich einen Blick auf die Schilder über den Ausgängen zu werfen; denn mit dem Passieren eines entsprechenden Ausgangs geben Sie bereits eine Steueranmeldung ab. Den grünen Ausgang für anmeldefreie Waren dürfen nur Reisende benutzen, die keine Zollanmeldung abgeben müssen. Haben Sie mit Ihren Urlaubseinkäufen die Freimengen überschritten, muss der rote Ausgang gewählt und die mitgebrachten Waren beim Zoll angemeldet werden.

Mein Tipp: Sollten Sie sich tatsächlich einmal nicht sicher sein, ob Sie unter Umständen noch Steuern und Zölle bezahlen müssen, ist Ihnen niemand böse, wenn Sie vorsorglich den roten Ausgang wählen und bei den Kolleginnen und Kollegen noch einmal nachfragen.

Oftmals fragen mich auch Urlauber, welche Einreisebestimmungen denn für die Urlaubsländer gelten: Darf ich Käse mit in die Türkei nehmen oder welche Arzneimittel muss ich beim Zoll in Kanada anmelden? Hier muss ich dann immer an die Reiseveranstalter oder die Konsulate und Botschaften verwiesen, da wir als deutsche Zöllner leider nicht die Vorschriften in allen Urlaubsländern kennen.

Für die bevorstehende Reisezeit wünsche ich Ihnen einen erholsamen Urlaub, bei dem Sie sich später hoffentlich nicht an die Zollkontrolle erinnern müssen.

Wer noch mehr über die Berufe beim Zoll erfahren möchte, der kann sich am 11. Juli 2014 auf der Messe Drehkreuz Flughafen am Stand des Zoll informieren.

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